Brasilien

Mit atemberaubenden Naturschönheiten gesegnet  beherbergt „die Wiege des Amazonas“ 62 Nationalparks in den unterschiedlichsten Klimazonen, von denen der größte (der Welt)  die Fläche der Schweiz besitzt.
Doch Brasilien kennzeichnet auch eine lange Tradition der Ausbeutung – sowohl in politischer Hinsicht als auch hinsichtlich seiner Rohstoffe und Ressourcen. Es ist eine durchaus schmerzhafte Bilanz, dass seit Beginn der Besiedelung vor 500 Jahren rund 40 Prozent des amazonischen Regenwaldes verschwunden sind, während der noch artenreichere atlantische Regenwald der Menschheit bis auf 1 Prozent für immer verloren gegangen ist.  Starkes Bevölkerungswachstum und die Zersiedelung der Landschaft prägen das heutige Bild in vielen Teilen des Landes. In der Denkweise der letzten Generationen ging es im Nachgang des Kolonialgedankens um Erschließung, Urbanisierung – und letztendlich um Ausbeutung.

Die jetzige Generation steht an einem Wendepunkt. Nur allmählich halten Begriffe, wie Nachhaltigkeit, ökologisches Gleichgewicht, Klima- und Umwelttechnik, Einzug im Bewusstsein der politischen und wirtschaftlichen Eliten, die den Gedanken des Umweltschutzes bisher und in großen Teilen weiterhin beharrlich ignorieren;  schnelles Umdenken und radikale Handlungen sind kaum zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit erst durch Mangel und Leid aus diesem fatalen Umgang mit der Natur lernen wird, ist bei genauer Betrachtung höher als die Aussicht, den offensichtlich dramatischen und alarmierenden Entwicklungen zeitnah und entschieden zu begegnen.
Hierzu bedarf es nicht nur einer „Good Governance“, sondern einer Vielzahl von Initiativen sowie die eindeutige Bereitschaft, gemeinsam Impulse zu setzen.